Nasennebenhöhlenentzündung: Was kann man selbst tun und wann sollte man zum Arzt?
Eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) kann unangenehm sein, ist aber in vielen Fällen zunächst harmlos. Dennoch sollte man die Beschwerden ernst nehmen, besonders wenn Medikamente als möglicher Auslöser infrage kommen.
1. Zunächst klären: Akut oder noch mild?
Eine Selbstbehandlung ist in der Regel möglich, wenn alle folgenden Punkte zutreffen:
- Verstopfte oder laufende Nase
- Druckgefühl im Gesicht oder an der Stirn
- Kopfschmerzen beim Bücken
- Kein oder nur leichtes Fieber
- Beschwerden bestehen weniger als 7 bis 10 Tage
Wann sollte man nicht mehr alleine behandeln?
Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn folgende Beschwerden auftreten:
- Starke Schmerzen im Bereich von Zähnen, Augen oder Stirn
- Fieber über 38,5 °C
- Gelb-grüner oder übel riechender Schleim
- Schwellungen an Augen oder Wangen
- Beschwerden dauern länger als 10 Tage an oder verschlimmern sich
In diesen Fällen sollte auch in Thailand eine ärztliche Untersuchung erfolgen.
2. Was man ohne Arzt sinnvoll tun kann
Inhalieren

Das Inhalieren gehört zu den wirksamsten Maßnahmen.
Empfohlen werden 2 bis 3 Anwendungen täglich:
- Heißes Wasser
- Salz oder Kamille als Zusatz
- Kopf über die Schüssel halten und mit einem Handtuch abdecken
Dadurch wird der Schleim dünnflüssiger und die Nebenhöhlen können sich besser öffnen.
Nasenspülung
Eine Nasenspülung kann 1 bis 2 Mal täglich durchgeführt werden.
Benötigt wird:
- Salzlösung aus der Apotheke oder selbst hergestellt
- 1 Teelöffel Salz auf einen halben Liter Wasser
- Nasendusche oder Spritze ohne Nadel
Vorteile:
- Spült Schleim und Keime aus der Nase
- Unterstützt die natürliche Reinigung der Schleimhäute
- Sehr wirksam bei verstopften Nebenhöhlen
Wärme
Wärme kann die Beschwerden lindern.
Geeignet sind:
- Warme Tücher
- Wärmekissen auf Stirn und Wangen
Nicht anwenden, wenn Fieber besteht oder die Schmerzen deutlich zunehmen.
Ausreichend trinken
Empfohlen werden:
- Wasser
- Kräutertees
Viel Flüssigkeit hilft dabei, den Schleim dünnflüssig zu halten.
Schonung
Während der Erkrankung sollte man möglichst:
- Nicht rauchen
- Klimaanlagen nicht direkt auf das Gesicht richten
- Staub und Schmutz vermeiden
- Auf Flugreisen verzichten
Der Körper benötigt Ruhe, um die Entzündung zu bekämpfen.
3. Medikamente – aber mit Vorsicht
Kurzfristig möglich
Abschwellende Nasensprays können hilfreich sein.
Wichtig:
- Maximal 5 bis 7 Tage anwenden
- Längere Nutzung kann zu einer dauerhaften Schwellung der Nasenschleimhaut führen
Nicht ohne ärztliche Rücksprache
Folgende Medikamente sollten nicht eigenständig angewendet werden:
- Kortisonhaltige Nasensprays
- Antibiotika
Antibiotika sollten grundsätzlich nur nach ärztlicher Verordnung eingenommen werden.
4. Wenn Medikamente die Ursache sein könnten
Ein oft unterschätzter Faktor sind Medikamente, die die Schleimhäute austrocknen.
Dadurch können Krankheitserreger leichter eindringen und Entzündungen begünstigen.
Deshalb empfiehlt sich:
- Den Beipackzettel zu prüfen
- Arzt oder Apotheker zu fragen, ob das Medikament eine mögliche Ursache sein könnte
- Gegebenenfalls die Dosierung oder das Präparat nach Rücksprache anzupassen
Wichtig: Medikamente niemals eigenständig absetzen.
5. Klare Empfehlung
Zunächst sollten die genannten Maßnahmen konsequent für 3 bis 5 Tage durchgeführt werden.
Verbessern sich die Beschwerden nicht oder verschlimmern sie sich sogar, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Besonders wichtig ist eine ärztliche Begleitung bei:
- Wiederkehrenden Nasennebenhöhlenentzündungen
- Medikamenten als möglichem Auslöser
- Starken Kopfschmerzen
In vielen Fällen kann eine frühzeitige Behandlung die Beschwerden deutlich verkürzen und Komplikationen verhindern.
Weitere Tipps die helfen können
Wer kennt das nicht? Kaum ist das Urlaubsdomizil erreicht, beginnt der Hals zu kratzen. Nicht immer ist eine Apotheke in der Nähe und manchmal fehlt in der Reiseapotheke die nötige Medizin. Christine Buchegger, ihres Zeichens diplomierte Kräuterpädagogin und Aromafachfrau aus Strobl am Wolfgangsee, gibt Tipps für einfache Hausmittel in Grippezeiten. Alle Zutaten gibt es in Hotelküchen, in Gasthäusern oder in Lebensmittelgeschäften.
Wenn sich Husten und Schnupfen bereits bei der Anreise bemerkbar machen, kann geriebener Kren (Meerrettich) als erste Abhilfe in einem Gasthaus gegessen werden. Kren wird zum Beispiel zu Würstel oder Käsekrainer serviert. Die Krenwurzel enthält Vitamin C, Mineralien wie Eisen und Magnesium und Senfglykoside die unter anderem antibiotisch wirken.
Auch eine Hühnersuppe mit Gemüse empfiehlt empfiehlt sich „Diese Suppe stärkt das Immunsystem und wirkt einer beginnenden Erkältung entgegen.“
In der Hotelküche kann eine Kren-Honig-Mischung zubereitet werden. Diese hilft bei Schnupfen und Nebenhöhlen-Entzündungen. „Einfach etwas geriebenen Kren mit Honig mischen und über den Tag verteilt, zwei bis drei Esslöffel essen“, rät Christine.
Inhalieren von heißen Dämpfen
Bei Schnupfen, Husten und Nebenhöhlen-Entzündungen rät Christine zum Inhalieren. Dafür verwendet sie Wacholderbeeren, Salbei, Thymian und grobes Salz. Auch diese Zutaten gibt es in der Hotelküche.

Die Wacholderbeeren zerdrücken, getrocknete Salbei- und Thymianblätter zerbröseln und etwas Salz dazu geben. Ein bis zwei Teelöffel dieser Mischung in einen Topf geben und mit heißem Wasser aufgießen.
Der Kopf wird während der Inhalation mit einem Handtuch abgedeckt, damit der Dampf nicht entweichen kann. Entspannt circa zehn Minuten lang durch Mund und Nase atmen. Danach ausruhen.

Salbei hat eine entzündungshemmende, schleimlösende, antibakterielle und antivirale Wirkung. Thymian hat ebenfalls eine schleim- und bei Husten eine krampflösende Wirkung.
Diese Salz-Wacholderbeeren-Salbei-Thymian-Mischung hilft auch als Fußbad. Zwei bis drei Esslöffel dieser Mischung in warmes Wasser einrühren. Sobald das Salz aufgelöst ist, heißes Wasser zufügen und die Füße darin 15 bis 20 Minuten baden. Danach abtrocknen, warme Socken anziehen und im Bett ausruhen.
Mit Essig gegen Fieber
Essigsocken (Essigpatscherl) helfen Fieber senken. Christine empfiehlt:
1/2 Liter Wasser erwärmen und mit 6 Esslöffel Apfelessig vermengen. Dann ein Handtuch eintauchen, auswringen und die Füße bis zu den Waden umwickeln. Ein weiteres Handtuch darübergeben und das feuchte Handtuch so lange auf den Füssen lassen bis es trocknen ist. Danach entfernen und gegebenenfalls wiederholen.
Ingwer und Zitrone
Entzündungshemmend, wärmend und aufbauend wirkt Christines Chai. Er schmeckt nicht nur gut, er hilft auch schnell und wirkungsvoll bei Erkältungskrankheiten oder beugt diesen vor. Dieses Getränk regt das Immunsystem an und fördert die Durchblutung.
Zutaten für eine Tasse:
2-3 Scheiben Ingwer
2-3 Scheiben Kurkuma oder Kurkumapulver
1/2 Zitrone mit Schale,
1/2 Orangen mit Schale,
1/2 Teelöffel Zimt,
drei bis vier Gewürznelken,
eine Prise schwarzer Pfeffer.
Zubereitung:
Ingwer, Kurkuma, naturbelassene Orange und Zitrone klein schneiden. Gewürznelken und Zimt dazugeben und mit heißem Wasser überbrühen.
Acht bis 10 Minuten ziehen lassen. Abseihen und mit Honig süßen.
Dieser Chai kann in der Hotelküche zubereitet werden.
Honig wirkt wie ein natürliches Antibiotikum und verhindert Entzündungen. Christine rät bereits zum Frühstück einen Teelöffel Honig zu essen. Dieser passt gut in´s Müsli und auf´s Butterbrot. Bei rauen Lippen mischt Christine Honig mit braunem Zucker und Kokosöl. Dieser Balsam pflegt die Lippen, macht sie wieder geschmeidig.
Ab ins Dampfbad
In den meisten Hotels befinden sich tolle Saunalandschaften. Vor allem das Dampfbad wirkt reinigend und wohltuend auf die Atemwege. Es stärkt zudem das Immunsystem und beugt Erkältungskrankheiten vor.
Und noch einen Tipp hält Christine für Kinder und Erwachsene bereit: „Bei Husten und Schnupfen helfen auch die ätherischen Öle von Nadelbäumen wie Fichte, Kiefer und Tanne. Einfach ein paar Tropfen auf ein Papier-Taschentuch träufeln und vor dem Schlafengehen neben das Kopfkissen legen.