Mit 50 – die Phase der „optischen Täuschung“
Man kauft sich ein neues Moped oder ein teures Hobby, um der Zeit davonzufahren.
Man sagt stolz: „Bestes Alter!“ – und vergisst beim Aufstehen kurz, dass die Knie anderer Meinung sind.
Im Isaan heißt das: Man will noch Bäume fällen, schnauft aber schon beim Kokosnuss-Öffnen.
Mit 60 – die „Hauptsache, es schmeckt“-Ära
Der Bauch ist kein Zeichen von Faulheit, sondern ein Wohlstandsspeicher.
Man diskutiert leidenschaftlich über Rentenstrategien, will aber eigentlich nur wissen, wo es den schärfsten Som Tam gibt.
Sturheit nennt man jetzt elegant „Charakterfestigkeit“.
Mit 70 – der TÜV für den Körper
Man kennt die Namen seiner Medikamente besser als die thailändischen Popstars im Fernsehen.
Man wird Wetterprophet:
„Wenn die Hüfte zieht, regnet es morgen.“
Und man hat endgültig keine Zeit mehr für schlechten Wein oder langweilige Menschen.
Mit 80 – die Legende des Dorfes
Man ist offiziell unantastbar.
Man darf alles sagen, jeden kritisieren und mittags drei Stunden schlafen – ohne Erklärung.
Die größte Leistung?
Zu wissen, wo die Lesebrille ist
(meistens sitzt sie auf dem Kopf).
Mit 90 – der Ehrengast des Universums
Man braucht kein Internet mehr – man ist die Cloud.
Alles Wissen, alle Geschichten und jeder Dorfklatsch der letzten 70 Jahre sind gespeichert.
Man lächelt nur noch über die Hektik der Jungen.
Wer 90 wird, hat das Spiel gewonnen – der Rest ist nur noch die Ehrenrunde.
Was im Isaan wirklich zählt:
Egal ob 50 oder 90 – es gelten zwei goldene Regeln:
• Mai Pen Rai – macht nichts / Schwamm drüber
• Muon – es muss Spaß machen
Wenn das Herz lacht,
ist das Geburtsdatum sowieso nur eine Zahl
auf einem vergilbten Papier.
