Nachtrag zu meiner Baht-Taxi-Geschichte – wie die Sache wirklich ausgegangen ist, seht Euch meinen Bericht an den ich schon vorher gemacht hatte.
Nachdem ich meinen ersten Bericht über den Unfall mit dem Baht-Taxi veröffentlicht hatte, entstand eine erstaunliche Diskussion. Viele Leser reagierten verständnisvoll, andere wiederum waren der Meinung, sie wüssten genau, was passiert sei – obwohl sie gar nicht dabei waren.
Teilweise ging ein regelrechter „Shitstorm“ über mich nieder. Einige Kommentare waren sogar beleidigend. Viele behaupteten einfach, ich sei selbst aus dem Baht-Taxi abgesprungen.
Doch die Realität sah anders aus.
Der Polizist, der den Unfall zunächst aufgenommen hatte, hatte sich das Video des Vorfalls gar nicht richtig angesehen. Auf der Aufnahme ist jedoch deutlich zu erkennen, dass der Fahrer plötzlich Gas gab, während ich mich noch im Aussteigen befand.
Auch der Fahrer selbst hatte zunächst behauptet, ich sei aus dem fahrenden Fahrzeug gesprungen. Das stimmte so nicht. Ich hatte das Baht-Taxi langsam verlassen, weil das Fahrzeug bereits fast zum Stillstand gekommen war. In diesem Moment konnte ich nicht damit rechnen, dass der Fahrer plötzlich und völlig unerwartet wieder beschleunigen würde.
Interessant war auch, was unmittelbar nach dem Unfall geschah.
Noch vor Ort erschien ein Vertreter der Versicherung des Fahrers. Er dokumentierte meine Verletzungen und forderte mich sogar ausdrücklich auf, ein Krankenhaus aufzusuchen. Man empfahl mir das Memorial Hospital in Pattaya. Für mich war das damals ein klares Zeichen, dass die Versicherung den Vorfall anerkennt.
Doch nachdem später das Polizeiprotokoll vorlag, änderte sich plötzlich alles. Aufgrund der Formulierung im Bericht wurde mir eine Mitschuld zugeschrieben, und die Versicherung verweigerte die Zahlung der Behandlungskosten.
Damit wollte ich mich jedoch nicht zufriedengeben.
Einspruch – und plötzlich kam Bewegung in die Sache
Ich legte offiziell Einspruch ein und forderte den Fahrer auf, meinen Schaden zu ersetzen. Gleichzeitig kündigte ich an, dass ich andernfalls eine Klage einreichen würde.
In Thailand ist es durchaus üblich, nicht die Versicherung direkt zu verklagen, sondern den Verursacher selbst. Die Versicherung muss sich dann mit ihrem Versicherten auseinandersetzen.
Die Polizei erhielt ebenfalls eine Kopie meines Schreibens.
Der Fahrer bekam das Schreiben gleich in drei Sprachen:
Deutsch, Englisch und Thai.
Das zeigte Wirkung.
Der Fahrer ging sofort zu seiner Versicherung, und kurze Zeit später wurde ich zu einem Gespräch bei der Polizei eingeladen. Dort wurde das ursprüngliche Protokoll noch einmal überprüft – und diesmal schaute man sich auch das Video genauer an.
Plötzlich war die Situation eine andere.
Man signalisierte mir, dass man den Schaden nun doch regulieren wolle.
Am Ende musste der Fahrer mir sogar eine kleine Entschädigung für meine Verletzungen zahlen. Ich erhielt 1.000 Baht Schadenersatz, und auch meine Fahrtkosten wurden zu den Behandlungskosten addiert.

Ich werde dieses Geld natürlich an die Blindenschule hier auf der Soi 16 spenden. Dazu werde ich die gleiche Summe dazu geben. Schwester Rita leitet diesen katholischen Verein mit vielen behinderten Kindern. sie wird sich freuen.
Natürlich deckt dieser Betrag nicht alle Unannehmlichkeiten ab. Aber es ging mir in dieser Sache nie in erster Linie ums Geld.
Es ging mir um das Prinzip.
Und darum, dass solche Situationen nicht einfach unter den Tisch fallen.

Hartnäckigkeit zahlt sich aus
Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass auch in Thailand Gerechtigkeit möglich ist – wenn man hartnäckig bleibt.
Viele Menschen geben an dieser Stelle auf, weil sie glauben, gegen Behörden oder Versicherungen ohnehin nichts ausrichten zu können.
Doch manchmal lohnt es sich, dranzubleiben.
In meinem Fall hat sich diese Hartnäckigkeit ausgezahlt.
Warum ich diese Geschichte überhaupt erzähle
Mein Ziel war nie, einen Fahrer öffentlich an den Pranger zu stellen.
Aber ich wollte darauf aufmerksam machen, dass manche Baht-Taxi-Fahrer sehr aggressiv fahren. Dieses Verhalten ist mir schon lange aufgefallen. Lest meine Hinweise im obigen Bericht.
Wenn solche Vorfälle einmal Konsequenzen haben, führt das vielleicht dazu, dass einige Fahrer in Zukunft vorsichtiger unterwegs sind. Jedenfalls hat dieser Fahrer sich noch bei mit entschuldigt und versprochen demnächst vorsichtiger zu sein und auf seine Gäste mehr zu achten.

Deshalb empfehle ich jedem, meinen ersten Bericht von dem Unfall zu lesen. Dort habe ich auch einige Tipps zusammengestellt, worauf man achten sollte, wenn man mit einem Baht-Taxi fährt. Falls jemand Interesse an den Protokollen hat und den Einspruch einsehen will, kann er mich gerne per Email anschreiben.